Kirche in Riegling

Kirche St. Michael in Riegling

Kirche St. Michael in Riegling In herausgehobener Lage auf einer Anhöhe in der Nähe von Kleinprüfening über dem Donautal liegend; im Mittelalter führte eine Straße nach Nürnberg vorbei.

Kurze C h r o n o l o g i e .- Nach einer Legende soll Papst Leo IX.(+ 1054) das Kirchlein von der Ferne aus gesegnet haben. Leo IX. war ein deutscher Papst, der in Deutschland Synoden abgehalten und Kirchen konsekriert hat. Er hat den hl. Wolfgang kanonisiert und die Wolfgangskrypta (1052) in Regensburg St. Emmeram eingeweiht.

Archivarische Nachrichten, die sich in irgendeiner Weise auf die Kirche in Riegling beziehen, sind jedoch nicht erhalten.

B a u g e s c h i c h t e . – Um 1200 Erbauung der Kirche; ca. Mitte des 13. Jh. Errichtung einer Apsis, die nach Befundbericht Dr. Morsbach an ein älteres Langhaus (vielleicht noch Kapelle des 12. Jh.) angefügt wurde. 1416 wurde der jetzige Dachstuhl aufgesetzt (Zimmermannszeichen am Aufgang zur Empore). Befunde an den Giebelwänden lassen auf einen früheren Dachstuhl schließen.

Gründl. Außen- und Innenrenovierung, 1993 abgeschlossen.

Ä u ß e r e s . – Turmloser spätromanischer Satteldachbau mit Dachreiter (sechs Schallöffnungen, einfacher Pyramidenhelm) zwischenChor und Langhaus.

Östl. halbrunde, leicht eingezogene Apsis mit polygonalem Dach; Außenmauer des Chores geböscht anlaufend; zwei spitzbogige Fenster mit Profilgewände und Nase, Kehle außen; spitzbogiges Portal im Süden mit Kehle; Südseite mit drei hochrechteckigen Schlitzfensterchen (erinnern möglicherweise an eine Fluchtkirche), an der Nordseite ein Fensterchen.

I n n e r e s . – Saalbau mit flacher Bretterdecke aus Fichtenholz (wohl um 1400). Niedrige Ostapsis mit flacher Wölbung, Chorbogen gefast. Malerisch wirkendes Ziegelpflaster aus stufig verlegten Ziegeln (Seltenheit). Bei der Renovierung an der Langhauswand freigelegte romanische Wandmalereien "Apostelkreuze", desgl. Figur des hl. Christophorus an der Südwand.



A u s s t a t t u n g . -Spätbarocker Hochaltar um 1720, zweisäulig, das Altarblatt St. Michael darstellend. An der Nordseite des Langhauses Ölbild „Geburt Christi“ aus dem 18. Jh.

Die weiteren Kunstschätze dieser Kirche –die Originalobjekte befinden sich fast alle im Diözesanmuseum- zeugen von der Bedeutung dieses Kirchleins. Die heute in der Kirche befindlichen Plastiken sind durchwegs Nachbildungen:

--Über dem Chorbogen romanisches Kreuz aus der zweiten Hälfte des 12. Jh., süddeutsch; der Corpus Christi in starrer Haltung, das Lendentuch mit paralleler Faltenführung, Kreuz mit dreipaßförmigen Balkenenden, das Suppedaneum als plastisch ausgeformte Maske.

--Statuette St. Michael Anfang des 18. Jh. von hoher Qualität; kurvig geschwungenes, profiliertes Podeststück als Sockel, darüber nach oben hochgezogenes Wolkenbündel mit dem Hl.

--Retabel mit Marienfigur Ende des 15. Jh.; spätgotisches Bildwerk von beachtl. Qualität, die thronende Muttergottes mit Kind (bäuerliche Nachbildung des18. Jh.) darstellend.

--Figur des hl. Sebastian aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. vor einem schwarz- braunem Baumstamm mit kurzen Aststümpfen stehend.

--Steinopferstock mit der Jahreszahl 1600.