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Zur B a u g e s c h i c h t e . - Südöstlich der
Wallfahrtskirche Mariaort, auf einem Felsen über dem Zusammenfluß
von Naab und Donau gelegene Kalvarienanlage. Im Bischöfl. Zentralarchiv
existiert über diese Kirche keine eigene Akte. Nach den Archivalien
der Wallfahrtskirche ergeben sich jedoch folgende Entstehungsdaten:
Erbaut wurde sie in der Hochblüte der Wallfahrt von Mariaort.
Eine wesentliche Rolle scheint dabei der Regensburger Weihbischof
Albert Ernst Graf von Wartenberg (+ 1715) gespielt zu haben.
Marien- und Kreuzverehrung sollten an einer Wallfahrtsstätte vereinigt
werden. Vielleicht hat auch der zeitgeschichtliche Hintergrund
der Pest, die anfangs des 18. Jh. viele Opfer auch in der Umgebung
Regensburgs forderte, die Verehrung des Leidens Christi besonders
gefördert.
Durch Bombardement der Eisenbahnlinie im zweiten Weltkrieg stark
in Mitleidenschaft gezogen. Gründliche Außen- und Innenrenovierung,
1984 abgeschlossen. -
Ä u ß e r e s . - Vierseitig schließender gestreckter Saalbau
ohneTurm. Außengliederung durch Mauerbänder, hochliegende Rundbogenfenster.-
I n n e n r e s . - Der
Innenraum mit Spiegelgewölbe –decke, gegliedert durch korinthische
Pilaster auf hohen Sockeln, in den Intervallen kastenförmige Wandnischen.
Über den in die Gewölbezone einschneidenden Rundbogenfenstern
segmentgiebelartige Gesimse und Blendbogen. Im Westen geschweifte
Doppelempore auf Säulen. -
A u s s t a t t u n g . -Die gesamte innere Gestaltung ist einheitl.
dem Leidens- und Erlösungsgeschehen Christi unterstellt. Nach
dem Vorbild der römischen „Scala Santa“ hochliegender K r e u
z a l t a r, zu dem die „Heilige Stiege“ emporführt, darunter
liegt das "Heilige Grab"; Grabwächter (dekorativ).
In ganzer Langhausbreite dreifache T r e p p e n a n l a g e zum
Presbyterium. Lebensgroße Propheten: Jesajas und Jeremias, sowie
Engelsfiguren (mögl. Zuschreibung an Franz Anton Neu aus
Prüfening) in affektiver Bewegung flankieren auf Sockeln die Aufgänge
und verweisen auf das Erlösungsgeschehen.
Oberer Chorabschluß durch handwerklich hervorragend geschmiedete
E i s e n g i t t e r .
Gemalte K r e u z w e g s – S t a t i o n e n (Umfeld der Johann
Gebhard Schule aus Prüfening )in tiefen Wandnischen umschließen
den Saal, rückwärtig zu einer apsidenartigen Großnische erweitert
mit Darstellung des Kalvarienberges. Hintergrund für die plastischen
G o l g o t h a f i g u r e n im Presbyterium: in der Mittelnische
Christus am Kreuz (wuchtiger Holzkruzifixus), seitlich Maria und
Johannes; an der Schwelle zum Langhaus die gekreuzigten Schächer.
In den Seitennischen des Langhauses B e i c h t s t ü h l e mit
dekorativer Akanthusschnitzerei. -
B e d e u t u n g . -Der gesamte innenarchitektonische Prospekt
dieser im süddeutschen Raum einzigartigen Kirchenanlage ist hier
Teil einer eigentümlichen und ausdrucksvollen barocken Rauminszenierung,
die den Besucher durch Bilddarstellungen und Freifiguren maßstäblich
einbezieht und beeindruckt. -

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